«Mein Papi gab für mich seinen Job auf»


Er ist der neuste Stern am Schweizer Schwimmhimmel: Antonio Djakovic. Der 19-jährige Spitzenschwimmer sammelt Medaillen wie andere Panini-Sticker. Sein Kindheitstraum ist bereits erfüllt, nun greift der Ustemer nach den ganz grossen Sternen.

«Ich will mal an Olympia schwimmen», das war der Gedankengang des kleinen Antonio Djakovic als er zum ersten Mal Edelmetall über seinen Hals gestreift bekommt. Glücksgefühle überströmen ihn. Gefühle, die den damals 7-jährigen Jungspund packen und bis heute zu Leistungen antreiben, die die Schwimmwelt ins Staunen versetzen. Über 400 Medaillen zieren die Decke vom Schlafzimmer des mittlerweile 19-jährigen Spitzenschwimmers. Unter dieser immer grösser werdenden Sammlung entfalteten sich Antonios Träume, jener einer Olympia-Teilnahme am intensivsten. Und eben diesen Kindheitstraum hat sich Antonio vergangenen Sommer in Tokyo erfüllt, stürmte gar in den Final und ergatterte sich mit der Staffel ein Olympia-Diplom. Erfolge, die vor allem eines erlauben: träumen, träumen vom ganz grossen Coup.

ÖV zeigt Antonio seine Grenzen auf

Doch Olympioniken entstehen nicht über Nacht beim Träumen unter dem Medaillen-Himmel, sondern bei harter Arbeit im Schwimmbecken. Harte Arbeit, die Antonio für seine Leidenschaft gerne auf sich nimmt. «Wasser ist mein Element. Dort kann ich in meine Welt abtauchen und frei sein», sagt der Athlet des Schwimmvereins Uster-Wallisellen mit einem Funkeln in den Augen. Zweimal täglich setzt Antonio in Uster zum Sprung ins Wasser an. Dass dies möglich ist, hat der gebürtige Thurgauer seinen Eltern zu verdanken. Aufgewachsen in Münchwilen TG, in dem unter anderem auch das Distributionszentrum von arena Schweiz beheimatet ist, nahm Antonio tagtäglich über vier Stunden Weg auf sich, um mit dem ÖV an die Sek-Sportschule in Uster zu gelangen. Eine Zusatzbelastung, die ihm seine Grenzen aufzeigte. Nach einem Jahr Pendeln war Schluss: «Ich war ausgelaugt und völlig am Ende», so Antonio. Dies spürten auch seine Eltern und entschlossen sich kurzerhand, für ihren Sohn Arbeit und Freundeskreis aufzugeben, den Thurgau hinter sich zu lassen und ins Zürcher Oberland nach Uster zu ziehen. Davon, dass diese Entscheidung unendlich viel Druck für einen jungen Mann bedeuten könnte, will Antonio nichts wissen. Er sieht die Entscheidung seiner Eltern als Vertrauensbeweis: «Mein Papi gab für mich seinen Job auf. Doch Druck verspüre ich keinen, aber ganz, ganz viel Dankbarkeit, dass meine Eltern an mich glauben.»

Das geborene Mentalitätsmonster

Glaube kann bekanntlich Berge versetzen und von starken, positiven Gedanken hat Antonio so einige. Er ist eine Kämpfernatur, ein geborenes Mentalitätsmonster, ins Grübeln bringt ihn nichts – einzig die Frage «Gibt es wirklich nichts, das dich ins Schwanken bringt?», scheint ihn kurz zu verunsichern, aber auch dort lautet seine Antwort nach etwas längerem Gedankengang kurz und bündig: «Nein». Und genau diese mentale Stärke hat Antonio letztendlich zu jenem Menschen geformt, der er heute ist: Einer der vielversprechendsten Schwimmer der Schweiz. Dass Antonio weiter Vollgas gibt, um seine eigenen Rekorde zu pulverisieren, liegt auf der Hand. Es liegt aber auch auf der Hand, dass der Schwimmsport – bis zu einem gewissen Bekanntheitsgrad des Athleten zumindest – kaum Brötchen einbringt. So ruft auch bei Antonio nach der Arbeit im Becken die Arbeit im Büro. Beim Sportamt in Uster absolviert er sein letztes Jahr seiner Sport-KV-Lehre und ist dankerfüllt über die Möglichkeit, in einem sportfreundlichen Betrieb tätig sein zu dürfen. Trotz einer baldigen kaufmännischen Ausbildung im Sack ist für Antonio klar: Einen Plan B gibt es nicht. «Auch wenn ich im Schwimmsport sehr wahrscheinlich nie grosses Geld verdiene, kämpfe ich für meine Ziele.» Sponsoren, wobei er um jeden zusätzlichen Unterstützer dankbar ist, würden ihm den Weg zu seinen Zielen ebnen und solange er Freude am Schwimmen habe, werde er an seinem Plan festhalten.

Einzig während einer bestimmten Zeit im Jahr legt Antonio seine Pläne beiseite und sich selbst auf den Liegestuhl. Jeden Sommer zieht es die Familie Djakovic in ihre zweite Heimat, nach Kroatien. Die vierköpfige Familie um Papa Goran, Mama Kata, Schwester Vanna und Antonio verweilt dort in ihrem Ferienhaus. Diese Zeit nutzt Antonio, um abzuschalten, aber auch der Adrenalinkick gehört während der Ferien dazu. Diesen holt er sich in den Weiten des Meeres auf dem Jetski. In Osteuropa sind die Djakovics fest verankert, die Eltern Antonios dort aufgewachsen. In seinem Heimatland war auch Papa Djakovic ein erfolgreicher Schwimmer. Die Medaillen seines Vaters spornten Antonio an.

Zurück am Ort des Ursprungs

Dieser Ansporn und die daraus resultierende Passion für das Schwimmen führten letztendlich auch dazu, dass eine Zusammenarbeit zwischen Antonio und arena zustande kam. Seit der Vertragsunterzeichnung zwischen arena und Swiss Aquatics, dem Schweizer Dachverband aller Schwimmvereine, ist auch Antonio stets in den arena Wettkampfanzügen unterwegs. Back to the roots, zurück nach Münchwilen: Wo eine Erfolgsgeschichte als 7-jähriger Knirps mit grossen Träumen begann, wird diese nun von dort aus mit Equipment und Begeisterung vom Hause arena unterstützt. Bis zum nächsten grossen Coup steht aber noch viel Arbeit an, dies ist sich auch Antonio bewusst. Er denkt langfristig, in EM-, WM-, und Olympia-Medaillen.

Das nächste grosse Kapitel der Erfolgsgeschichte Antonio Djakovic trägt den Übernamen «Paris». Die ersten Seiten davon sind bereits geschrieben, der Weg an seine zweiten Olympischen Spiele auf dem Trainingsplan dokumentiert, in den Gedanken visualisiert. Ob sich dieses Kapitel in eine rosa Romanze oder einen packenden Thriller verwandelt, bleibt offen – wie es sich in einer schönen, spannenden und mitreissenden Geschichte eben gehört. Was definitiv aber schon klar ist, ist die Handlung: In der Lichterstadt will Antonio erneut nach den Olympischen Ringen greifen, seinen bereits erfüllten Kindheitstraum mit weiteren Erfolgen ausschmücken und mehr von dem erfahren, was ihn als damals 7-jähriger Jungspund nach seiner ersten Medaille verzauberte: Glücksgefühle.

Das trägt Antonio am liebsten

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